Naturstoff-Ratgeber

Ajowan (Trachyspermum ammi)

Ajowan, auch Königskümmel, Indischer Kümmel, Omam oder Ajwain genannt, ist ein Doldenblütlergewächs und wird in Indien schon lange als Gewürz- und Heilpflanze gegen Blähungen, Durchfälle, Bauchschmerzen und weitere Gesundheitsprobleme verwendet. Für Ajowan sind verschiedene phamakologische Aktivitäten beschrieben: antifungal, antimikrobiell, nematizid, antioxidativ, antinociceptiv, cytotoxisch, hypolipidämisch, antihypertensiv, antispastisch, bronchienerweiternd, entwässernd, hustenstillend (Bairwa 2012).

Getrocknete Ajowanfrüchte (oft ungenau als Ajowansamen bezeichnet) enthalten ca. 3-4 % ätherisches Öl, das zu etwa 50% aus Thymol besteht. Dies sorgt für ein intensives Thymianaroma und wird für viele der pharmakologischen Wirkungen verantwortlich gemacht. Weitere Inhaltsstoffe sind Saponine, Flavone und Carvacrol.

Ajowan stammt ursprünglich aus Ägypten und wird nun im Nahen Osten und in Indien kultiviert.

Wirkung von Ajowan/Königskümmel auf einen Blick

Candida albicans

  • wirkt gegen Candida albicans
  • wirkt gegen medikamenten-resistente Stämme
Quellen: Khan 2010, Sharifzadeh 2016, Bora 2016

Leaky Gut-Syndrom

  • anti-inflammatorisch
  • anti-oxidativ
Quellen: Thangam 2003, Goswami 2014, Singh 2017

Darreichungsformen und Anwendung von Ajowan/Königskümmel

Die getrockneten Ajowanfrüchte (Samen) werden in der indischen und arabischen Küche verwendet und Brot, sowie Gerichten mit Kartoffeln, Gemüse oder Hülsenfrüchten zugefügt. Auch in der ayurvedischen Ernährung ist Ajowan ein typisches Gewürz.

Das Aroma ist intensiv thymianartig, leicht brennend und kann noch zusätzlich verstärkt werden, wenn Ajowan kurz in Fett (Weidebutter, Ghee, Kokosöl) angebraten und dann dem übrigen Essen zugefügt wird.

Je länger Ajowan in Saucen, Suppen etc. mitgekocht oder mitgebacken wird, desto zarter, milder und nussiger wird der Geschmack.

Ajowan-Tee

Omam-Wasser

Gewürz

Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten beachten

Naturstoffe können Nahrungsmittelallergien auslösen, die entzündliche Prozesse im Körper verursachen. Diese allergischen Reaktionen können die gewünschte therapeutische Wirkung des Naturstoffes negativ beeinflussen.

Über einen Nahrungsmittelallergie-Test kann dies vor der Anwendung abgeklärt werden.
Hier gibt es mehr Informationen.

Anwendungsbeispiele

Ajowan als Gewürz

  • Zu Kartoffeln: Bratkartoffeln, Backofenkartoffeln
  • Zu Hülsenfrüchten: Linsensuppe (Sternekoch Schuhbeck), Linsensalat, Bohnen (statt Bohnenkraut)
  • In Brot (Fladenbrot) und salzigem Gebäck, vor allem solche, die sonst mit Kümmel gewürzt werden
  • Zu Fisch und Meeresfrüchten
  • Zu Fleisch
  • In Suppen und Eintöpfen, die sonst mit Thymian gewürzt werden
  • Über Gemüse (z. B. Kürbisschnitze im Backofen oder in Teig ausgebackenem Gemüse) oder Tomatensalat
  • In Currys und Fleischsaucen (Bolognesesauce)
  • Indische Pudlas: Ganze oder zerstoßene Früchte mit Korianderblättern und Chili zu einem Pfannkuchenteig aus Kichererbsenmehl zugeben
  • Zum Einlegen von Pickles
  • Über Bratäpfel
  • Über Käse
  • Zum Aromatisieren von selbst gemachter Kräuterbutter
  • Bestandteil der Gewürzmischung Berbere oder anstelle von Thymian in der Gewürzmischung Dukkah
Ajowan-Tee
  • Ähnlich wie Thymian-Tee kann auch Ajowan-Tee zubereitet werden: 1 TL Ajowan mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, dann abgießen. 3- bis 4-mal täglich eine Tasse genießen.
  • Empfohlenes Süßungsmittel: Um das Candida-Wachstum durch Zucker zu verhindern, kann antifungal wirkende Süßholzwurzel zum Süßen verwendet werden (ca. ¼ TL pro Tasse mit zum Ajowan geben). Ajowan-Tee wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt.
Omam-Wasser
  • Ajowan (am besten geröstet) wird in sauberem Wasser eingeweicht, das Wasser dann schluckweise trinken.
  • In Indien gehört dies zur Behandlung von Erkältungen aber auch zur Behandlung bei Magen-Darm- Beschwerden.
Ajowan-Öl
  • Wird durch Destillation gewonnen und in der indischen Medizin als Bestandteil von Hustentropfen verwendet.
Phyto-Extrakte als Alternative

Es empfiehlt sich die Naturstoffe über einen Zeitraum von mindestens 8-12 Wochen anzuwenden. Der Aufwand für eine dauerhafte Anwendung kann sehr zeitintensiv sein und es ist nicht einfach den Wirkstoffgehalt bei den selbst zubereiteten Anwendungsmöglichkeiten zu dosieren und kontrollieren.

Individuelle Phyto-Extrakte, die die verträglichen Naturstoffe passend zum gewünschten Behandlungsziel enthalten, können daher eine sehr gute Alternative sein.

Gegenanzeigen

Schwangerschaft (Bairwa: abortiv)

Studien zur Wirkung auf Candida albicans

Ajowan wirkt gegen resistente Candida albicans.

Die Zunahme multiresistenter Erreger führt zur Suche nach wirksamen Therapeutika aus pflanzlichen Quellen. In dieser Studie wurden Extrakte aus Khejribaum, Ingwer und Ajowan in ihrer Wirksamkeit gegen multiresistente Bakterien und Hefepilze untersucht. Alle drei Extrakte wirken hemmend auf die untersuchten Mikroorganismen, bei Ajowan vor allem die Petrolether-Fraktion. Die wirksamen Substanzen müssen noch untersucht werden.

Khan, R., et al. 2010. Activity of solvent extracts of Prosopis spicigera, Zingiber officinale and Trachyspermum ammi against multidrug resistant bacterial and fungal strains. J Infect Dev Ctries. 4(5):292-300

Ätherische Öle aus Ajowan und weiteren Gewürzen wirken gegen medikamentenresistente oropharyngale Candida albicans. Ajowan wirkt unter den getesteten Substanzen neben Oregano am besten.

Die antifungale Wirkung verschiedener ätherischer Öle wurde mit Fluconazol-resistenten und Fluconazol-empfindlichen Candida albicans-Stämmen von HIV-Patienten mit oropharyngealer Candidosis getestet. Ajowan enthält über 60% Thymol und wirkt neben Oregano am effektivsten. Die FLU-resistenten Stämme waren empfindlicher auf die ätherischen Öle als die FLU-empfindlichen.

Sharifzadeh A, et al. 2016. Antifungal activity of essential oils from Iranian plants against fluconazole-resistant and fluconazole-susceptible Candida albicans. Avicenna J Phytomed 6(2):215-222

Ajowan (und Nachtjasmin-Blätter) wirken gegen Candida albicans, vergleichbar oder besser als Nystatin.

Die anticandidale Aktivität verschiedener medizinischer Pflanzen wurde in dieser in vitro– Studie untersucht und mit Nystatin verglichen. Ajowan und die Blätter des Nachtjasmins wirkten am besten unter den untersuchten Pflanzen und waren vergleichbar oder besser als die Wirkung von Nystatin.

Bora, L. 2016. Anticandidal activity of medicinal plants and Pseudomonas aeruginosa strains of clinical Specimens. Journal of Microbiology, Immunology and Infection 49:276e280

Studien zur Wirkung auf das Leaky-Gut-Syndrom

Ajowan zeigt signifikante anti-inflammatorische Wirkung im Ratten-Modell.

Die alkoholische (TAE) und die wässrige (TAQ) Fraktion von Ajowan wirkt gegen akute und subakute Entzündung im Ratten-Modell. Die Wirkung von Ajowan (38,32% (TAE) und 41,11% (TAQ)) war fast so gut wie die der pharmazeutischen Positivkontrollen Aspirin (45,23%) und Phenylbutazon (43,83%).

Thangam, C., et al. 2003. Antiinflammatory potential of the seeds of Carum copticum Linn. Indian Journal of Pharmacology 35:388-391

Ajowan ist antioxidativ.

Antioxidantien fangen freie Radikale ab, die wichtige Biomoleküle des Organismus oxidieren und damit schädigen können. In dieser Studie wurde die antioxidative Kapazität von Ajowan und Fenchel untersucht. Sowohl Phenolkomponenten als auch Flavonoide wurden in beiden Samen identifiziert. Die Autoren schließen aus den Kapazitätstests, dass die Samen eine hohe antioxidative Wirkung entfalten können.

Goswami, N., et al. 2014. Assessment of Free Radical Scavenging Potential and Oxidative DNA Damage Preventive Activity of Trachyspermum ammi L. (Carom) and Foeniculum vulgare Mill. (Fennel) Seed Extracts. BioMed Research International, Article ID 582767, 8 pages

Ajowan ist antioxidativ.

Ätherisches Öl wurde in dieser Studie aus Ajowan extrahiert und eine signifikante antioxidative Kapazität gemessen.

Singh, A., et al. 2017. Antioxidant Activity of Essential Oil Extracted by SC-CO2 from Seeds of Trachyspermum ammi. Medicines 4:53

Ein immunmodulatorisches Protein wurde in Ajowan gefunden.

Ajowan ist aus der traditionellen Ayurvedischen Medizin bekannt. In dieser Studie wurden die immunmodulatorischen Eigenschaften untersucht in Form von Makrophagen-Aktivierung, gemessen an der NO-Freisetzung, Phagocytose und Sekretion proinflammatorischer Cytokine (Il-12, TNF-alpha, IFN-gamma). Ein 30,7 kDa großes Glycoprotein (Agp) wurde isoliert, welches Makrophagen aktiviert.

R. R. Shruthi. R.R., et al. 2017. Structural and functional characterization of a novel immunomodulatory glycoprotein isolated from ajowan (Trachyspermum ammi L.). Glycoconj J 34:499–514

Papayakern (Carica papaya)

Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum)

Olivenblatt-Extrakt (Olea europaea)

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