Naturstoff-Ratgeber

Lapacho | Pau d‘arco

Der Lapacho-Baum aus den Regenwäldern Südamerikas wird schon seit den Zeiten der Inka genutzt. Die Innenrinde (Bastschicht) dient der Zubereitung von Lapacho-Tee. Er wurde als Genuss- und Heiltee auch später von den Indianern in Peru, Bolivien und Paraguay verwendet und gilt heute noch in Südamerika als gesundheitsförderliches Getränk. Häufige Anwendung findet Lapacho-Tee dort gegen Infektionen, bei Verdauungsbeschwerden, Entzündungen, Stoffwechselstörungen und Allergien. Die Anwendung ist sowohl innerlich als auch äußerlich möglich, der Tee aufgrund fehlenden Koffeins auch abends zu genießen.

Die beiden wesentlichen bioaktiven Inhaltsstoffe sind Lapachol und Beta-Lapachon, sowie Cyclopentene und Iridoidester (Pereira 2013; Zhang 2016; Zhang 2017).

Wirkung von Lapacho auf einen Blick

Candida albicans

  • wirkt gegen Candida albicans

Quellen: Portillo 2001, Höfling 2010

Leaky Gut-Syndrom

  • anti-inflammatorisch

Quellen: Byeon 2008, Lee 2012, Zhang 2016, Ma 2017, Park 2017, Zhang 2017

Darreichungsformen und Anwendung von Lapacho

Lapacho kann in folgender Form dargereicht werden:

Extrakt in Kapseln

Tee

Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten beachten

Naturstoffe können Nahrungsmittelallergien auslösen, die entzündliche Prozesse im Körper verursachen. Diese allergischen Reaktionen können die gewünschte therapeutische Wirkung des Naturstoffes negativ beeinflussen.

Über einen Nahrungsmittelallergie-Test kann dies vor der Anwendung abgeklärt werden.
Hier gibt es mehr Informationen.

Anwendungsbeispiele

Lapacho-Tee

Lapachotee schmeckt etwas erdig und hat eine leicht süßliche Vanille-Note.

  • 2 TL Rinde werden in einem Liter Wasser für fünf Minuten aufgekocht, danach lässt man den Tee ca. 15 Minuten
  • Als Kur wird maximal ein Liter Tee pro Tag über maximal sechs Wochen getrunken. Danach sollte eine mindestens vierwöchige Pause
  • Lapachotee kann auch äußerlich zur Hautpflege bei Hautentzündungen, Ekzemen und Insektenstichen verwendet werden.

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Kapseln
  • enthalten pulverisierte Rinde (0,3 bis 0,5 g Rinde). Eine typische Tagesdosis ist laut Herstellern 3x täglich 0,5 g Rinde. Es gibt keine pharmakologischen Prüfungen zur Wirkung und Nebenwirkungen, da die Präparate als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden
Phyto-Extrakte als Alternative

Es empfiehlt sich die Naturstoffe über einen Zeitraum von mindestens 8-12 Wochen anzuwenden. Der Aufwand für eine dauerhafte Anwendung kann sehr zeitintensiv sein und es ist nicht einfach den Wirkstoffgehalt bei den selbst zubereiteten Anwendungsmöglichkeiten zu dosieren und kontrollieren.

Individuelle Phyto-Extrakte, die die verträglichen Naturstoffe passend zum gewünschten Behandlungsziel enthalten, können daher eine sehr gute Alternative sein.

Studien zur Wirkung auf Candida albicans

Lapacho wirkt gegen Candida albicans.

In dieser Studie wurden 14 Extrakte von Pflanzen aus Paraguay in ihrer Wirkungen gegen 11 Pilze und Hefen untersucht. Eine der höchsten Aktivitäten zeigte der Dichlormethan-Extrakt von Lapacho.
Portillo, A., et al. 2001. Antifungal activity of Paraguayan plants used in traditional medicine. Journal of Ethnopharmacology 76:93-98

Lapacho wirkt gegen Candida albicans.

Aufgrund zunehmender Medikamentenresistenz verschiedener Mikroben ist die Suche nach neuen Wirksubstanzen notwendig. In dieser Studie wurden verschiedene Pflanzenextrakte auf ihre Wirkungen gegen verschiedene Candida-Stämme, unter anderem Candida albicans, untersucht und die minimal hemmende Konzentration (minimum inhibitory concentration, MIC) bestimmt. Alle Pflanzenextrakte waren wirksam, darunter auch Lapacho mit einer MIC von 0,003 mg/ml für den Methanol-Extrakt.
Höfling, J.F., et al. 2010. Antimicrobial potential of some plant extracts against Candida species. Braz. J. Biol. 70( ): 1065-1068

Studien zur Wirkung auf das Leaky Gut-Syndrom

Wässriger Lapacho-Extrakt wirkt antiinflammatorisch.

In dieser Studie wurde die Wirksamkeit von wässrigem Extrakt aus Tabebuia avellanedae

(Lapacho) in in vitro und in vivo-Modellen zu Entzündungsprozessen untersucht: LPS- stimulierte Makrophagen und induzierte Mausohr-Ödeme. Der Lapacho-Extrakt inhibiert die Produktion von Prostaglanin (2) und NO, blockiert die mRNA-Expression ihrer katalysierenden Enzyme COX-II imdNO-Synthase in den stimulierten Makrophagen. Die orale Gabe von Lapacho über eine Woche reduzierte die Mausohr-Ödeme vollständig. Die Autoren bewerten Lapacho als antiinflammatorisch wirkendes Mittel, welches gegen eine Vielzahl von Entzündungserkrankungen wirksam sein könnte.
Byeon, S.E., et al. 2008. In vitro and in vivo anti-inflammatory effects of taheebo, a water extract from the inner bark of Tabebuia avellanedae. J Ethnopharmacol. 119(1):145-152

Lapacho wirkt antinozizeptiv und anti-inflammatorisch im Tiermodell.

Lapacho wird seit mehr als 1500 Jahren in Südamerika als traditionelles Heilmittel verwendet. Im Tiermodell zeigt der Ethanol-Extrakt von Lapacho antinozizeptive und antiinflammatorische Effekte (ca. 30-50% Verbesserung im Vergleich zur Kontrolle). Die Autoren schließen daraus, dass Lapacho als therapeutisches oder supportives Mittel bei schmerzhaften entzündlichen Erkrankungen verwendet werden kann.
Lee, M.H., et al. 2012. Analgesic and anti-inflammatory effects in animal models of anethanolic extract of Taheebo, the inner bark of Tabebuia avellanedae. Molecular Medicine Reports 6: 791-796

Lapacho hemmt COX-2, aber nicht COX-1 und wirkt anti-inflammatorisch ohne Nebenwirkungen, die durch eine COX-1-Hemmung auftreten können.

Einige antiinflammatorische Medikamente hemmen sowohl die Cyclogenase-2 (COX-2) als auch die Cyclogenas-1 (COX-1). COX-2 synthetisiert Prostaglandin E2, währen COX-1 ein Housekeeping-Enzym ist. Werden beide Enzyme simultan gehemmt, können Nebenwirkungen auftreten, wie Magen-Darm-Blutungen oder Nierendysfunktion. Von einigen Polyphenolen ist bekannt, dass sie selektiv nur COX-2 hemmen.

Lapacho-Polyphenole sind im wässrigen Extrakt (Lapacho-Tee) enthalten. In dieser Studie wurde untersucht, wie sie sich auf die Hemmung von COX-1 und COX-2 auswirken. Die Ergebnisse zeigen, dass Lapacho Entzündungen reduziert, die durch Makrophagen Infiltration entstehen. Dabei wird die COX-2-Aktivität inhibiert, während COX-1 nicht betroffen ist und damit eine nebenwirkungsarme antientzündliche Substanz zur Verfügung steht.
Ma, S., et al. 2017. Taheebo Polyphenols Attenuate Free Fatty Acid-Induced Inflammation in Murine and Human Macrophage Cell Lines As Inhibitor of Cyclooxygenase-2. Front. Nutr. 4:63

Lapacho verbessert entzündliche Erkrankungen wie Colitis in der Maus.                                                                           

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen werden über Th1- und Th17-Immunzellen vermittelt. In dieser Studie wurden die antiinflammatorischen Effekte eines wässrigen Extrakts aus Lapacho auf Immunzellen der Maus untersucht. Der Lapacha-Extrakt aktiviert dendritische Zellen, die immunsuppressives IL-10 produzieren und verschieben die Makrophagenpopulation zu einem antiinflammatorischen Phänotyp im mesenterischen Lymphknoten. Dies führt zu einem signifikanten Anstieg in antiinflammatorischen Th2- und Foxp3+ Treg-Zellen sowie einer sehr deutlichen Verringerung der proinflammatorischen Th1- und Th17-Zellen. Bei einer Colitis-Induktion verringert der Lapacho-Extrakt signifikant die klinischen Symptome.
Park, H. J., et al. 2017. Oral administration of taheebo (Tabebuia avellanedae Lorentz ex Griseb.) water extract prevents DSS-induced colitis in mice by up-regulating type II T helper immune responses. BMC Complementary and Alternative Medicine 17:448

Lapacho enthält anti-inflammatorische Cyclopentene und Iridoidester.

Eine phytochemische Analyse von Lapacho wurde in zwei Studien durchgeführt.

In der ersten Studie wiesen einige Cylopenten-Verbindungen im Test an Zellkulturen antiinflammatorische Effekte auf. In der zweiten Studie zeigten unter den acht neu charakterisierten Iridoidestern drei antiinflammatorische Wirkung.

Die entzündungshemmenden Wirkungen waren in beiden Studien dosisabhängig und wurden durch die Hemmung von NO und/oder der PGE2-Produktion vermittelt.
Zhang, L., et al. 2016. Anti-inflammatory cyclopentene derivatives from the inner bark of Tabebuia avellanedae. Fitoterapia 109:217-223

Zhang, L., et al. 2017. Iridoid Esters from Tabebuia avellanedae and Their In Vitro Anti-inflammatory Activities. Planta Med. 83(1-02):164-171

Weitere Studien zur Magen- und Darmgesundheit und Lapacho

Lapacho beschleunigt die Heilung von Magengeschwüren.

Lapacho wird traditionell als antientzündliche Maßnahme bei Geschwüren, bakteriellen Infektionen und Pilzerkrankungen verwendet. In dieser Studie wurden die Effekte eines Ethanolextrakts von Lapacho auf Magengeschwüre untersucht. Im Rattenmodell führt Lapacho zu einer signifikaten Reduktion der Läsionen, einer Verringerung der Geschwürgröße, eine Steigerung der Zellteilung und einer Verstärkung der Schleimschicht. Die Autoren beurteilen Lapacho als eine Möglichkeit, das Abheilen von Magengeschwüren zu beschleunigen.

Pereira, I.T., et al. 2012. Antiulcer Effect of Bark Extract of Tabebuia avellanedae: Activation of Cell Proliferation in Gastric Mucosa During the Healing Process. Phytotherapy Research, DOI: 10.1002/ptr.4835

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